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Richtungswechsel in der Schulinformatik (Stand Januar 2016)    Download PDF

Im Oktober 2015 versprach Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann der Schulinformatik im „Ländle“ eine neue Perspektive. Endlich hatte ein hochrangiger Politiker die Zeichen der Zeit erkannt:

Alle Schüler an allgemein bildenden Schulen werden eine verbindliche
Grundbildung in Informatik bekommen“
1.

Als Informatiklehrerinnen und -lehrer begrüßen wir diesen Richtungswechsel sehr. Der Zeitpunkt dieses Schrittes so kurz vor dem Inkrafttreten des Bildungsplans belegt, dass das Thema dem Ministerpräsidenten am Herzen liegt. Kurz vor Weihnachten hat nun Kultusminister Andreas Stoch das Konzept vorgestellt2, mit dem er das Versprechen seines Regierungschefs umsetzen will. Geplant ist darin ein neues Fach Informatik in Klasse 7.

Diese Neuerung kann gar nicht hoch genug bewertet werden: Endlich erfährt das Fach eine echte Sichtbarkeit in Stundenplan und Zeugnis. Dieser erste Schritt ist seit Langem überfällig und führt die Informatik in Richtung eines allgemeinbildenden Schulfachs.

Unter Informatik- und Bildungsexperten herrscht aber auch Konsens darüber3, dass der vorgesehene Umfang von einer JWS (Jahreswochenstunde, also insgesamt 30x45 Minuten!) dafür natürlich bei weitem zu wenig ist. Zum Start des neuen Bildungsplans im Herbst 2016 ist diese Stunde aber zumindest ein sinnvoller und kurzfristig möglicher erster Schritt.

Ernste Bedenken haben wir aber wegen der Weiterführung des Faches ab Klasse 8: Das vorgesehene Wahlfach ab Klasse 8 erreicht nicht alle Schüler. Gymnasien erhalten sogar nur ein Profilfach (IMP, “Informatik, Mathe, Physik”) mit Informatikanteil. Nur wenige Schulen werden dieses Profil anbieten können, denn es passt neben NwT gar nicht in die bestehende Fächerlandschaft. Das Ziel, Informatik allgemein bildend zu unterrichten, würde damit verfehlt.

Das Versprechen des Ministerpräsidenten wird so nicht eingelöst. Eine JWS schafft keine Grundbildung, und Wahl- bzw. Profilfach erreichen viel zu wenige Schüler. Stattdessen muss Informatik

  1. für alle Schüler verpflichtend sein;
  2. von Klasse 6 bis 10 insgesamt 4 (besser 6) JWS umfassen;
  3. von entsprechend qualifizierten Informatiklehrern unterrichtet werden.

Ein solches Konzept kann bis zum Inkrafttreten des neuen Bildungsplans (September 2016) nicht auf einen Schlag umgesetzt werden. Es darf aber auch nicht auf den nächsten Bildungsplan (ca. 2028) vertagt werden; die Einführung muss daher stufenweise erfolgen. Ein entsprechender Vorschlag wird hier ausgeführt.

 

1 Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Forum „Wir. Unternehmen.MINT“ Oktober 2015

2 Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 18.12.2015

3 Fachgespräch zur Schulinformatik am 17.11.2015, Landesinstitut für Schulentwicklung und Kultusministerium Baden-Württemberg


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